Volleyballturnier in Groß Schneen am 28.04.2001

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Aus diversen Gründen waren wir dieses Mal unterbesetzt: vier Männer und nur eine Frau. Schuld daran war sicher, dass der Termin umgelegt werden musste, aber ausschlaggebend war vor allem akuter Spielermangel. Für uns stand es trotzdem außer Frage, an diesem traditionellen Turnier (Spanferkel!) teilzunehmen. Schließlich haben wir auch schon diversen Mannschaften mit Spielern ausgeholfen, wenn Not am Mann oder an der Frau war.

Wir trafen uns also um 10:30 Uhr vor der Halle, zogen uns um und spielten uns warm. Das erste Spiel unserer Gruppe wurde von den "Netzrollern" gegen die "Kotzbrocken" aus Witzenhausen bestritten. Gepfiffen wurde von den "Vollies", die auch nicht gerade in Bestbesetzung angetreten sind: fast nur ältere Herren und Frauen - aber das hat ja bekanntlich nichts zu sagen... (Wir erinnern uns: 1999 hat in Gimte eine Altherrenmannschaft aus Hann. Münden den ersten Platz gemacht!)
Wir hatten also erst einmal Pause und konnten uns um weibliche Verstärkung kümmern. Nach diversen freundlichen Zusagen gelang es Dirk schließlich sogar, von einer Mannschaft aus einer anderen Gruppe, die mit Frauen bestens versorgt war, eine Spielerin für die gesamte Spielzeit zu bekommen. "Berdel" ist zwar schon über sechzig, machte aber beim Einspielen als Stellerin eine hervorragende Figur (dies sollte sich im Spiel dann auch bestätigen!). Eine weitere Spielerin dieser Mannschaft bot sich dann auch noch an, ebenfalls einzuspringen! So konnten wir also unserem ersten Spiel gegen die "Vollies" beruhigt entgegen sehen und das Spiel "Netzroller" vs. "Kotzbrocken" genießen. Hier fiel uns dann schon zum ersten Mal der Schiedsrichter der "Vollies" unangenehm auf, als er sich beschwerte, dass zwei von uns am Spielfeld vorbeiliefen, um auf die Toilette zu gehen...

Schließlich war das erste Spiel vorbei und wir waren gegen die "Vollies" an der Reihe. Unsere Gegner führten schnell 5:0, aber schließlich gewannen wir doch noch souverän mit 6:10. Wir spielten zwar nicht besser als sonst, waren aber konzentriert und hochmotiviert. "Berdel" hat ihre Sache sehr gut gemacht, wollte das zweite Spiel aber lieber aussetzen, und so kam Katrin für sie ins Spiel. "Berdel" saß am Spielfeldrand und feuerte uns an. Auch im zweiten Spiel gingen die "Vollies" wieder rasch mit 4:0 in Führung, und auch dieses Mal holten wir genauso schnell auf und führten innerhalb kurzer Zeit wieder mit 5:9. Leider verschlugen wir den Satzball, holten den Aufschlag aber sofort wieder zurück. "Plötzlich" fiel den "Vollies" auf, dass wir ja nur zwei Frauen im Spiel hatten, obwohl das Verhältnis mindestens 3:3 sein sollte. Daraufhin entstand ein heftiger Wortwechsel zwischen den Mannschaften und dem Schiedsrichter, weil die "Vollies" verlangten, die Spiele zu wiederholen (hier tat sich wieder der Spieler negativ hervor, der das vorherige Spiel gepfiffen hatte). Für mich hörte bereits das Turnier auf, Spaß zu machen, denn der Ton und die Kompromisslosigkeit, in der die "Vollies" ihre Forderungen stellten, war in meinen Augen nicht angemessen. Man kam sich vor, als würde man das Betrugs angeklagt werden! Hier muss ich allerdings anmerken, dass auch der Schiedsrichter von den "Kotzbrocken" zum einen nicht auf die Mannschaftszusammensetzung geachtet hatte (so was sollte zu Beginn des Spiels geklärt werden, nicht erst beim Satzball), zum anderen die Lage aber auch nicht unter Kontrolle bekam. Schließlich musste die Turnierleitung bemüht werden, die das salomonische Urteil fällte, den zweiten Satz in neuer Besetzung (3:3) zu wiederholen. Ich setzte freiwillig aus, um mich erst einmal wieder zu beruhigen, aber auch Annette und Freddy sah man an, dass sie die Lust verloren hatten. Freundlicherweise stellte sich sofort eine weitere Frau zur Komplettierung unserer Mannschaft zur Verfügung. Trotzdem war unsere Motivation natürlich im Keller, und so verloren wir verständlicherweise auch 10:2. Dies beflügelte dann wohl unsere Gegner und sie verlangten, auch das erste Spiel zu wiederholen. Das brachte für mich dann doch das Fass zum Überlaufen und ich verließ das Turnier unter Protest.

Alles weitere kann ich nur aus den Berichten der anderen wiedergeben und ist auch schnell erzählt: Um des lieben Friedens Willen entschied die Turnierleitung, das erste Spiel auch zu wiederholen - schließlich konnte man den "Vollies" das grundsätzliche Recht darauf nicht verweigern, auch wenn die Art und Weise, wie sich hier "Recht" verschafft wurde, von niemandem gutgeheißen wurde. Natürlich haben wir auch diesen Satz verloren! Das darauffolgende Spiel der "Vollies" mussten wir pfeifen - was wir auch unter strikter Anwendung der Regeln (Übertreten beim Aufschlag!) taten - worauf wir tatsächlich von den "Vollies" bezichtigt wurden, parteiisch zu entscheiden! Die "Vollies" wurden während des restlichen Turniers von allen gemieden, während man unserer Situation Verständnis und Sympathie entgegenbrachte. Das Turnier verlief dann auch wieder mit gewohnter Fairness und wir belegten immerhin noch den zehnten von zwölf Plätzen.

Und die Moral von der Geschichte? Sport soll Spaß machen; wo jedoch so verbissen um Recht oder Unrecht gestritten wird, hört der Spaß auf. Ich will die Schuld sicherlich nicht nur bei den anderen suchen: Wir haben ganz klar bei unserer Mannschaftsaufstellung nicht aufgepasst. Aber das ist noch lange kein Grund für das Verhalten der gegnerischen Mannschaft. Wir sind weiß Gott keine erstklassigen Spieler - eher im Gegenteil: Wir neigen fiel zu sehr zum "rumdaddeln", wie Carsten immer zu sagen pflegt. Wir sind aber gute Verlierer, wie wir auf dem letzten Volleyballturnier in Gimte bewiesen haben (das war der lustigste letzte Platz, den wir je erzielt haben!). Um so motivierter waren wir natürlich durch unseren furiosen Auftakt dieses Mal - ich denke, daran ist sicherlich auch unsere Trainerin Andrea beteiligt - und umso trauriger stimmt mich das Ende. Ich bin mir sicher, dass wir ohne diesen unnötigen Zwischenfall einen weitaus besseren Platz hätten belegen können...

Ich möchte die Gelegenheit aber auch gleich nutzen, auf einen Missstand hinzuweisen, der zyklisch immer wieder in der Volleyballsparte auftritt: Spielermangel. Besonders das Fehlen von Frauen ist leider symptomatisch. Es ist momentan schon eine Seltenheit, wenn wir zwölf Leute beim Training zusammen bekommen. Dabei haben wir laut Liste über vierzig potentielle Spieler zur Verfügung! Ich vermisse besonders die etwas ältere Generation (bei Turnieren kann ein über fünfzigjähriger Mann eine Frau ersetzen!), aber auch die jüngeren könnten etwas regelmäßiger dabei sein - die Trainingszeiten kennt Ihr ja: Donnerstags 20.00 bis 22.00 Uhr in der Geschwister-Scholl-Gesamtschule, Grätzelstraße! Wir haben mit Andrea seit einem halben Jahr eine mehr als würdige Nachfolgerin für Carsten, die großen Wert auf das Training und Zusammenspiel legt. Ich kann Euch alle nur dazu einladen: Überzeugt Euch selbst!

Mit sportlichem Gruß,

Hartmut Mäcker

P.S.: Ich werde beim nächsten Turnier natürlich wieder mit dabei sein, aber einen bittereren Nachgeschmack hinterlässt die Geschichte bei mir auf jeden Fall...