Herbstturnier in Hann. Münden, 14. Oktober 2000

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Meine Eltern spielen eigentlich recht gerne Volleyball - sagten Sie jedenfalls immer. Ich wusste nur bisher nicht, was das ist... Das sollte sich an jenem schönen Herbsttag radikal ändern!

Als Mama und Papa früh morgens alle meine Sachen zusammenpackten, wusste ich: Heut' machen wir einen Ausflug. Dass wir noch andere Große mitnahmen, machte mich dann doch etwas misstrauisch. Und was für Große! Der größte Große setzte sich direkt neben mich - ich kam mir gleich noch viel winziger vor!

Schließlich waren wir da - wo auch immer "da" ist... Papa trug mich in eine riesige Halle, wo es vor Großen nur so wimmelte. Alle spielten sie mit Bällen. Und ich dachte immer, nur wir Kleinen spielen... Zum Glück hatte ich ja genug zum Spielen mit: Meinen Tasmanischen Teufel, Mamas Sonnenbrille - und zur Not war da ja auch noch mein Schnuller!

So langsam bekam ich heraus, was nun dieses Volleyball ist: Zwei Gruppen mit ... äh, ich kann doch noch gar nicht zählen ... mehr als zwei Menschen (Mama und Papa sind zwei - das weiß ich!), versuchen, sich gegenseitig einen Ball an die Köpfe oder andere Körperteile zu schlagen. Das klappt manchmal ganz prima! Im ersten Spiel war unsere Gruppe den anderen haushoch überlegen. Der Ball hat uns nur sehr selten getroffen. Komischerweise freuten sich meine Leute nicht so richtig; und am Ende haben wir sogar verloren! Dabei hat meine Mannschaft als Erkennungsruf immer "GewinNFix" geschrieen - ob sie damit wohl die anderen meinten? Im nächsten Spiel erfuhr ich, was es heißt, ein Maskottchen zu sein. Papa sagte mir, ich müsste unsere Leute lauthals anfeuern. Ich tat mein Bestes - trotz Nuckel im Mund. Und tatsächlich haben wir daraufhin sogar einmal gewonnen! Ich war stolz auf mich!

Irgendwann beschloss dann Papa - Mama hat ja lieber mit den anderen gespielt - dass ich müde sei und meinen Mittagsschlaf bräuchte. Wir gingen hinaus zu unserem großen Auto. Papa ist dann auch schnell eingeschlafen. Ich hatte ja zum Glück meinen Nuckel und die Spieluhr, um mich wach zu halten...

Später erfuhr ich dann, dass meine Leute ohne ihr Maskottchen (mich!) kein Spiel mehr gewonnen haben. Zu guter Letzt ging es dann um den letzten Platz, den wir auch spielend erreichten. Na, wenn das nicht ein erfolgreicher Tag war! Als Preis winkte uns dann noch ein Kasten mit vielen Flaschen drin, den die Großen dann auch laut grölend während der Heimfahrt leerten.

Für mich war's jedenfalls ein sehr lehrreicher und aufregender Tag. Wenn meine Eltern demnächst wieder von Volleyball reden, werde ich dazu wissend lächeln und mich auf unseren nächsten Ausflug mit den anderen Großen freuen.

Euer Jonas